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ROLLING STONE, Mai 2008
The Truffauts To Your Heart (Rough Trade)
Geht ans Herz: spröder romantischer Indie-Pop aus Nürnberg
Eine warme Welle der Sympathie trägt die Truffauts nun schon seit erstaunlich vielen Jahren von einer guten Kritik zur anderen.
Wenn der Waschzettel vollständig ist, sind mit diesem neuen schon neun Alben entstanden, und jedes war vermutlich iregndwo
ein Tipp des Monats. Wird nur gelobt, weil die Truffauts aus Franken kommen und nicht aus dem englischsprachigen Ausland? 
Nein. Denn die Truffauts haben nicht nur großes Durchhaltevermögen, sondern auch immer wieder gute Lieder. Und eine
Grundhaltung in ihrem Indie-Pop, mit der man sich beim Hören immer wohl fühlt. Es ist kein Gramm Fett an diesen Platten,
keine Prätention, und es wird auch nicht angegeben. Vielmehr haben die Truffauts eine sehr angenehme Zurückhaltung in ihrer 
spröden Romantik, und sie haben sich ihre Naivität erhalten. Auch auf dieser Platte schrängeln die Gitarren von Herzen, die 
Arrangements sind nicht narrensicher, sondern immer hemdsärmelig genug, um glaubhaft zu bleiben.
Noch mal zurück zur spröden Romantik: Die, so scheint mir, ist auf dieser Platte noch intensiver, noch besser in Szene gesetzt 
als auf den vorigen Werken. Besonders das französich gesungene "Il Fait Moins 10" wiegt großherzig, auch "Black Moon"
entwickelt eine ganz eigenwillig karge Schönheit. Die lauteren Rocker funktionieren genauso gut (sehr schön: der etwas Maximo 
Park-ähnliche Titeltrack), weil die Gitarren linkisch knarzen und der brüchig-nasale Sprechgesang die bisweilen recht lautstarken 
Playbacks auf eine ganz eigene Art einfärbt. Geht ans Herz!
 
TOUR DE FRANCE, Mai 2008
The Truffauts To Your Heart (TP9 Records/Knockout Music Service)
Seit nunmehr 21 (!) Jahren ist diese Nürnberger Band mit ihren kleinen Gitarrenpop-Songs aktiv und das nötigt 
einem schon ziemlichen Respekt ab. Angefangen hat alles 1987 mit dem hübschen Album „Fanny“. Eine Band, 
die sich The Truffauts nennt, ihr erstes Album „Fanny“ betitelt und dann auch noch auf dem Cover das berühmte 
Foto von Fanny Ardants Beinen aus François Truffauts letztem (grossartigen) Film „Vivement Dimanche!“ 
(dt „Auf Liebe und Tod“).abdruckt kann ja gar nicht schlecht sein,oder? - Auch auf ihrem jüngsten,  neunten Album 
bringt die Band um Sänger Jean-Jacques Boucher wieder einige hübsche Songs zwischen federleichtem britischen 
Gitarrenpop, etwas Indierock und französischem Pop. Gesungen wird wie immer in französisch und auf englisch. 
Die Songs sind unspektakulär-charmant, gut gemachte erwachsene Popmusik eben. Einen Sonderpunkt gibt es für 
das Cover von „Don`t wanna know if you are lonely“. Diesen grossartigen Hit der legendären Hüsker Dü haben 
die Truffauts toll gecovert.

Die ZEIT, 15.05.08
The Truffauts: To Your Heart (Rough Trade)
Ebenso stilsicherer wie herzensgebildeter Indiepop aus Nürnberg, der beweist, dass (süd-)deutsche Qualitätsarbeit 
nicht nur im oberbayerischen Weilheim hergestellt wird.
 
www.plattentests.de, Mai 2008
The Truffauts:To Your Heart 
Charmeoffensive
Beharrlichkeit ist eine Tugend. Das wissen The Truffauts nur zu gut. Die Nürnberger Gitarrenband erschien vor über 20 Jahren mit ihrem Debüt "... Fanny!" auf der Bildfläche, 
traf damit etwa die zeitliche Mitte zwischen der Class Of 86 und der Rave-Hysterie und kam so für das eine ein bisschen zu spät und für das andere ohnehin nicht in Frage. 
Immerhin: Obwohl der große Erfolg stets ausblieb, wich das Quartett Zeit seines Bestehens nie von seinem Stil ab, gab regelmäßig alle paar Jahre mal ein Lebenszeichen 
in Form einer neuen Platte von sich und kann mit "To your heart" nun sein zehntes Album vorweisen. Die Mitglieder geben sich zart sinnfreie Künstlernamen wie Ronald 
Chateauroux oder Frédéric Batteur, das höchst ansehnliche Cover verweist vermutlich humorvoll auf den Film "Die Braut trug schwarz" vom namensgebenden Regisseur. 
Galante Spaßvögel sind The Truffauts also nach wie vor. Zumal ihr Dasein als musikalische Randnotiz ihnen nichts hat anhaben können. Ihr leicht vernebelter Indie-Rock 
hat alle ab der Bandgründung relevanten Spielarten aufgesogen, reflektiert diese aber klug, statt sie bloß zu kopieren. Musik, die gleichzeitig liebenswert neben der Zeit liegt, 
die man aber auch in eine Reihe mit aktuell populären Bands stellen kann. Wie The Jesus And Mary Chain und die Strokes, die gemeinsam ins Kino gehen, um sich eine 
sommerliche Schnulze anzusehen. Soundtracks dazu gibt es auf "To your heart" genug: "Sophie, la lune et moi" oder "Your favourite author" sind zwar makellose Rocksongs 
mit prächtig aufblühenden Gitarren und teils hymnischen Refrains, blinzeln aber meist in die Frühsommersonne und kombinieren dabei mitunter französelnden Lyrikanspruch 
mit der Entspanntheit einer Band, die sich selbst nun wirklich nichts mehr beweisen muss. Ein von scharf gespielten Riffs angefeuertes, auf die Tanzfläche schielendes Stück 
wie "It's not okay" ist hier eher die Ausnahme, gehört aber auch nicht zu den Hauptbeschäftigungen der Truffauts. Sie wollen keine Clubs rocken, sondern in erster Linie mit 
Charme, Melodie und freundlich zugewandtem Gesang bezaubern. Und wenn Jean-Jacques Boucher mit Witz und Melancholie davon erzählt, wie er sich mit einer Herzensdame 
friedlich auf dem Campingplatz besäuft, klingt das auch 2008 immer noch so, als wäre er höchstens Mitte zwanzig. Zum Schluss covert die Band respektvoll den Hüsker-Dü-Klassiker 
"Don't want to know if you are lonely", und da werden selbst The Truffauts mal kurz richtig laut und zornig. Auch wenn ihre Version dem zahnschmelzsprengenden Original 
natürlich nicht ganz das Wasser reichen kann. Muss sie aber auch nicht. Schließlich haben die Franken zuvor schon so viele Qualitäten unter Beweis gestellt, dass sie am 
Ende ruhig mal richtig die Sau rauslassen dürfen. Das Herz haben sie da schon längst erobert.




Doppelpunkt, Mai-Juni 2008
The Truffauts To Your Heart (tp9/Rough Trade)
Oh, diese charmanten Nürnberger Truffauts. Seit über zwanzig Jahren (alles begann mit „Fanny!" 1987) frönen sie melancholisch-verschwurbeltem Gitarren-Indie-Rock 
mit frankophiler und extrem popiger Note. „To your heart" reiht sich nahtlos in ihr Indie-Ouevre ein. Die 11 alternativen Beatkleinodien sind mal verschroben-elegisch, 
mal gitarrenschrammelig-rockig, oder auch gerne mal Element of Crime-ig balladesque und chansonesque (Element of Crime und gelegentlich Philip Boa „Il fait moins 10"), 
stets klingen die amerikanischsten aller Exilfranzosen-Franken frisch und unverbraucht, eine Geistesverwandtschaft zu den Go Betweens, lässt sich nicht leugnen, 
was als ein Kompliment gedacht ist. Lässig-charmante Ohrwurmmelodien, eingängig ohne simpel zu sein. Jean Jacques Boucher schlägt mit seinem 
Lou Reed-Gedächntnis-Gesang alle in seinen Bann. Was so derart hingeschrammelt klingt, ist raffiniert -gedrechselter GroßIndieRock mit Zertifikat. 
Natürlich schreit das neue Werk geradezu nach einem Live-Erlebnis: Am 29. Mai in der Zwinger-Bar in Nürnberg gibt’s ab 21:00 Uhr die Truffauts zum Genießen. 
Ox-Fanzine / Ausgabe #78
TO YOUR HEART (CD  tp9/rough trade/knockout-music.de/44:41)
Artist: TRUFFAUTS
Ich beginne diese Besprechung mit dem Schlussstück, denn HÜSKER DÜs "Don't want to know if you are lonely" aus dem Jahr 1986 ist nicht nur 
die schon fast obligatorische Coverversion, sondern hat für mich einen richtungsweisenden Charakter. Zum einen sind die vier Nürnberger seid 
1986 als TRUFFAUTS aktiv, zum anderen lassen sie es auf ihrem 10. Album "To Your Heart" etwas rockiger als auf dem letzten Album
 "Tous Les Dimanches" aus dem Jahr 2006 angehen. Von ruhigen Momenten, wie bei "Black moon", mit dem schönen melancholischen Gesang 
von Jean-Jacques Boucher oder dem im Bo Diddley Stil gespielten "Ghost town" abgesehen, geht es bei den 11 Stücken auf "To Your Heart" 
eher laut und sympathisch schräge zur Sache. Die TRUFFAUTS bieten aber mehr als ‚nur' Indiepop, schrammelige Gitarren sowie englischen 
beziehungsweise französischen Gesang und haben sich mit "To Your Heart" endgültig ihren Platz zwischen R.E.M. und 
THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY gesichert. (8) (Kay Wedel)
 


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