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Facts und Reviews zu SYCAMORE (ROLLING STONE, OX…)

„SYCAMORE“ heißt das aktuelle Album der TRUFFAUTS, das 2015 erschienen ist.
13 neue Songs – aufgenommen bei Frank Mollena im Lonestar-Studio in Nürnberg (Smokestack Lightning, Great Bertholinis, Missouri…)

Sieben englische Songs, sechs französische, darunter das romantische „L’amour en fuite“, gesungen von Bassist Jean-Jacques Boucher und der fantastischen Gastsängerin Julie La Colline, ein Duett à la Gainsbourg/Bardot…

Drei Songs des neuen Albums nennen sich „Combien de fois“. Die Lyrics zu diesem Stück hat der befreundete französische Schriftsteller Pascal Ruffenach für THE TRUFFAUTS geschrieben. In der Band entstand die Idee, diesen Text in verschiedenen Interpretationen zu vertonen. Und so kam es zu drei völlig unterschiedlichen Versionen, geschrieben von Durange, Chateauroux und Boucher.
Die Vocals haben sich THE TRUFFAUTS, anders als bei den bisherigen Alben, auf „SYCAMORE“ aufgeteilt. Entstanden ist ein äußerst abwechslungsreiches Album im typischen TRUFFAUTS-Sound.

„SYCAMORE“ erscheint auf dem Label TP9 Records/Skycap und wird von Rough Trade vertrieben.

Reviews:

ROLLING STONE April 2015

Mehr herrlicher klassischer Gitarrenpop der frankophilen Nürnberger

Mit ganz langem Atem hat sich das frankophile Quartett aus Nürnberg längst als kleine Größe im hiesigen Pop-Betrieb etabliert, fern von Hype und Trend. Auch auf seinem schon elften Album seit 1987 erstaunt wieder einmal, wie gut doch das Französische in Songs wie „Qu’est-ce que tu fais“ mit klassisch gepoltem Schrammelgitarren-Pop harmoniert. Erst recht wenn eine gewisse Julie als Gastsängerin in „L’amour en fuite“ den Truffaut-Faktor noch deutlich erhöht. Dazwischen wirken die sechs englischen Songs fast ein bisschen steif, auch wenn „She’s Hugging Trees“ dem Liebes-Zeitgeist humorvoll auf der Spur ist. Sonst fällt die Band ja eher locker aus der Zeit. „Je n’ai rien compris“? Nein, um den Geist der TRUFFAUTS zu verstehen, muss man des Französischen nicht mächtig sein. ***1/2

alternativmusik.de:

The Truffauts sind Franzosen. Natürlich. Benannt nach der Tochter des Regisseurs Francois Truffaut. Natürlich. Sicher? Klar, die heißen doch Boucher, Chateauroux uns so. Reingefallen. Eine Affinität zu Frankreich kann nicht geleugnet werden. Punkt. Mehr nicht. Gegründet 1987, ansässig in Nürnberg veröffentlichen die vier Musiker mit französischem Band- und ebensolchen Künstlernamen ihr inzwischen 12. Album Sycamore. The Truffauts spielen lowfi-schrammelig-poppig-schnoddrig-lässigen Gitarren-Indie-Rock. Entspanntes laisser-faire. Zurückgelehnt. Eine Gauloise im Mundwinkel. Sonnenbrille. Ein Café au lait im Straßencafe. Unaufgeregt. Ein Flirt mit der Kellnerin. Die 13 neuen Songs haben das Zeug zum entspannten Soundtrack für den Sonntagnachmittag auf dem Balkon oder im Park. Zwischen herrlich poppigen Stücken verbergen sich Perlen, die an Lemonheads oder Marcy Playground erinnern. Rohdiamanten, die zu schade sind, um sie zu schleifen. Eines dieser Highlights ist Catch 22. Gitarren schrammeln sich melodiös, leicht schräg nach vorne. Das Schlagzeug treibt dazu. Der Gesang ist eingängig und melodisch, aber eben auch nicht zu glatt. Die Refrains sind in der Regel zweistimmig gesungen und verleihen den Songs eine besondere Note. Sprachlich bedienen sich The Truffauts der französischen und englischen Sprache. Die in Französisch gesungenen Tracks versprühen hierbei mehr schnoddrigen Charme und stehen den vier Nürnbergern besser zu Gesicht. Dass The Truffauts auch in den leiseren Tönen überzeugen, zeigt Je n’ai rien compris. Sympathisch und rauchig der Gesang. Die Gitarre zupft ein verträumt-melancholisches Picking. Sparsame Percussion dazu. Sycamore endet mit dem furiosen Pieces. Eine nach vorne preschende Gitarrennummer, die mit Bass und Schlagzeug beginnt und sich mit einer treibenden Gitarre nach vorne lehnt. Eingängige Gesangslinien. Eine großartige Nummer, die man getrost als Paradebeispiel dafür benennen kann, wie Indie zu klingen hat. Eine leichte Wave-Punk-Attittüde versetzt mit der richtigen Portion Melodie. Ein Song zu dem man in jedem Fall in der Indie-Disco sofort auf die Tanzfläche eilt.

Sycamore ist ein gelungenes Album. Schrammelige Gitarren mit Melodie. Ein perfektes Album für einen entspannten Sommertag, an dem man einfach mal nichts tun möchte, außer die Sonne zu genießen, im Café zu, Boule zu spielen oder einfach nur auf der Wiese im Park liegen, dem Treiben zuschauen und gemütlich ein eiskaltes Getränk schlürfen.

OX-Magazin, April 2015

(8 von 10 Punkten) Die Einschätzung, hier herrsche Stagnation auf hohem Niveau, bekommt eine weitere Bestätigung. Die TRUFFAUTS singen weiterhin auf Französisch und Englisch und spielen ihren typischen und zeitlosen Mix aus Punk, Powerpop, Sixties und Indie. Seit Ende der Achtziger sind die TRUFFAUTS nun schon aktiv. Vor diesem Hintergrund wirkt ihr neues Album „Sycamore“ fast wie eine Bst-Of-Zusammenstellung, allerdings mit einem wichtigen Unterschied, denn die TRUFFAUTS schaffen das Kunststück und schreiben weiterhin gute und neue Songs.

westzeit.de:

Charmant wie immer zelebrieren THE TRUFFAUTS auf „Sycamore“(TP9/RTD) dezent trashig ihre herrliche Mischung aus oldschool-IndiePop und ChansonRock. Fein fein! 

PLÄRRER, April 2015:

Ich mag die TRUFFAUTS. Seit seligen Undergroundtagen liebe ich ihren schnoddrigen Beat, ich war teilweise auch echt neidisch auf das Talent der Jungs, so, jetzt ist es raus! Und das ganz neue Album ist genauso gut wie immer, weil das Quartett einfach weiß, was es tut, und kann, was es macht. Tolle Songs zwischen Pop und Beat, viel Garagenfeeling, und das passt herrlich zum Frühling!

Rock City News, April 2015
(8 von 9 Punkten) Mit ihrem sage und schreibe zwölftem Album hat die Fürther Formation wieder einmal ein wahres Schmuckstück musikalischen Schaffens hingelegt. Eine stimmige Mischung aus filigranen Popsongs („L ́Amour En Fuite“) und mitreißenden Indie-Rock-Nummern („Pieces“). Wie gewohnt sind viele der Stücke, romantische Gefühle slöseaund, in französischer Sprache verfasst. Tolle Gitarrenarbeit, schicke mehrstimmige Gesänge und zu guter letzt absolut ausgewogener Sound sorgen für glänzende Pop-Perlen. Letzteres hat man Aufnahme, Mix und Master von Frank Mollena in Nürnbergs erster Studio-Adresse „Lonestar“ zu verdanken. Das Album für den Frühling!

www.le-tour.net (von Thomas Bohnet) 4/2015

Die Nürnberger Band mit dem Faible für den grossen Regisseur und französischen Pop sind deutsche Pioniere in Sachen französischer Musik (wobei man auch englisch singt). Lange bevor hierzulande zu Beginn der 2000er ein neuerliches Interesse an französicher Musik eingesetzt hatte, waren die Truffauts bereits aktiv. 1987 ist ihr wunderschönes Album „Fanny“ (mit einer Szene aus François Truffauts letztem Film mit Fanny Ardant) erschienen. Schade, dass diese wirklich gute Gitarren-Pop-Band nie richtig, sondern immer noch ein Nischendasein führt. Allerdings finde ich es beeindruckend, dass man auch im 28sten Jahr noch zusammenspielt. „Sycamore“ ist das zwölfte Album des Quartetts, wenn man die letzte Veröffentlichund, die EP „On dit que le bonheur est toujours ailleurs“ dazuzählt. Und da sind sie wieder die schrammeligen Gitarrenrock-Songs, die in den 60s und 80s (Stichwort: frühe REM, Green On Red & Co) wurzeln. Gesungen wird auf französisch und englisch. Das darf dann auch mal wie bei „Catch 22“ und Pieces“ ordentlich rocken, während „Little Bird“ ein kleiner Gitarren-Pop-Ohrwurm ist. Besonders gefallen mir das französische Duett (wer ist die Sängerin, auf dem Cover wird nur eine Julie angegeben?) „L`Amour en fuite“ und das sanfte „Je n`ai rien compris“. Eine gute Idee: Der Song „Combien des Fois“ wird in drei Fassungen dargeboten, die schon eigene Songs ausmachen.

disagreement.net (Luxemburg) (3/2015)

Named after the great French Nouvelle Vague film director François Truffaut, this indie rock band has been around for almost 30 years now. Formed shortly after their idol’s demise, a first album came out in 1987, making Sycamore the already twelfth release of the Truffauts. And after all these years, it is apparently still a mystery if the quartet is a bunch of French guys living in Germany, or more precisely Nuremberg, or if they are simply Francophile Germans.

This conundrum will not be solved on their new album either. Once again, as in the past, the band is coming along with French and English lyrics, although the former ultimately can be heard on one song more than the latter. Stylistically, The Truffauts are all about indie rock, sometimes in a joyful noisy fashion with a certain pop punk appeal, and at other times resorting to a mellower mood of melancholy. Even though they switch as swiftly between French and English lyrics as they switch between fast and slower material, you will never feel ripped out of the listening experience. The band’s strongest appeal is of course their very mature songwriting, but it also helps that they never dwell too long on any single idea. The thirteen songs are mostly quite short, which adds a little to a devil-may-care punk attitude. Everywhere I Go for instance starts with a guitar melody that reminds me strongly of an old Buzzcocks classic… Is this a hidden tribute or just a mere coincidence? While I overall prefer the band’s crunchier side, their ballads have also a lot of charm and honesty, which can be heard on L’amour en fuite and Je n’ai rien compris. Maybe French is just a really good language for ballads. One song – Combien de fois – comes even in three totally different versions. On the opener it is a fast paced indie punk track, later it is repeated as a heartfelt ballad brimming with emotions, and then towards the end it comes as a psychedelic Sixties beat track. The band’s shortest track is the claustrophobic L’ascenseur meurtrier which doesn’t even make it over two minutes and tells the story of the vocalist’s fear of elevators in a most hectic way. The album’s concluding Pieces is with its five and a half minutes atypically long and emphasises the quartet’s love for noise rock, in a very refreshing Nineties manner.

Apart from the high quality songwriting and the smart running order of the different songs that guarantee not a single moment of boredom, I also want to point out the very straightforward production that gives you the impression of a band performing live in the studio. Every instrument has just the right amount of presence, and the vocals come with a nonchalance that makes you believe that the Truffauts might just be a French band after all. Or is it just a very smart act? I won’t solve the puzzle this time, but do urge you to check out Sycamore, a fantastic album by a band that has been around for many decades and still show absolutely no sign of attrition.

Vivonzeureux (Pol Dodu), April 2015
The Truffauts continuent leur bonhomme de chemin. Voici leur onzième album en vingt-huit ans, cinq ans après le précédent et trois après le EP On dit que le bonheur est toujours ailleurs. Avec une constance remarquable au fil des années, ils poursuivent dans leur voie, un style épuré de pop-rock à guitare.
The Truffauts est un groupe originaire d’Allemagne, mais ça ne se devine ni à leur musique, ni à leurs paroles, qui alternent l’anglais et le français. Le nom du groupe est un indice de sa francophilie, qui semble prendre de l’ampleur au fil du temps puisque cette fois-ci une moitié du disque est chantée en français. L’album est articulé autour de trois chansons intitulées Combien de fois et sous-titrées Absence, Silence et Oubli, dont les paroles originales sont dues à l’écrivain français Pascal Ruffenach. L’idée du groupe était de donner trois interprétations différentes de ces paroles, ce qui a donné ces trois chansons écrites séparément par Olivier Durange, Ronald Chateauroux et Jean-Jacques Boucher. Aujourd’hui, ma préférence va à la version Silence.
Outre l’écriture de la musique, et contrairement aux albums précédents, les membres du groupe se partagent aussi le chant sur Sycamore. Mes titres préférés sont, par ordre d’apparition, She’s hugging trees, L’amour en fuite (un duo avec Julie La Colline, déjà présente sur le disque précédent, qui renouvelle la référence à François Truffaut), Everywhere I go avec ses choeurs en accompagnement sur le refrain, le punky L’ascenceur meurtrier et Je n’ai rien compris, à l’orchestration minimale.
J’avais découvert les French songs des Truffauts grâce à Jean-Pierre Moya, qui continue à programmer le groupe dans Rockomondo. Malheureusement, les années passent et je ne vois toujours pas de concerts des Truffauts annoncés dans notre beau pays qui les inspire tant…